Im Business ist die Kommunikation eine der wichtigsten Grundpfeiler. Und viel davon läuft schriftlich ab – egal, ob Website und Blog, E-Mail, Facebook-Postings, alle brauchen Text. Selbst ein Video braucht eine aussagekräftige Beschreibung in Textform. Du siehst, um geniale Texte kommst du als Unternehmer, Freelancer, Solopreneur also nicht herum.

Oft höre ich von meinen Kunden, dass sie einfach nicht schreiben können. Das möchte ich so nicht unterschreiben, denn Texten ist ein Handwerk wie jedes andere auch. Und somit kann jeder zumindest die Grundlagen lernen. Ob man‘s dann auch gerne macht, steht auf einem anderen Blatt. Deshalb gleich zu Beginn ein Tipp an dich: Überlege dir gut, ob du die Zeit und die Muße hast, dich selbst intensiv mit deinen Texten zu beschäftigen, oder ob das doch eher eine Aufgabe ist, die dir Zeit und Energie raubt und die du an einen Profi abgeben möchtest.

Wenn du dich entschieden hast, selbst die Finger über die Tastatur fliegen zu lassen, dann fragst du dich jetzt sicher, worauf du eigentlich achten musst. Deshalb hab ich Tipps für dich im Gepäck, die dir beim Schreiben helfen.

Das Grundgerüst: Ein tragfähiges Konzept

Für alle längeren Texte ist es das A und O: ein Konzept. Es wäre schön, wenn man einfach so drauflos schreiben könnte. Leider ist es in den wenigsten Fällen tatsächlich so. Deshalb muss ein Konzept her. Damit behältst du deine Leser und das Ziel, das du mit dem jeweiligen Text erreichen möchtest im Auge. Du sortierst deine Gedanken und kannst das Thema klar und konkret formulieren. Und so ganz nebenbei hast du ein wunderbares Grundgerüst für den Text geschaffen, das du dann nur noch mit Leben – sprich: mit Worten – füllen musst. Das erleichtert die Schreibarbeit ungemein.

Kannst du halten, was du versprichst?

Egal, um welchen Text es sich handelt, eins ist für alle gleichermaßen wichtig: Wenn du etwas versprichst, dann musst du dir vorher schon im Klaren darüber sein, dass du es auch halten kannst. Kennst du diese Überschriften wie „Wie du garantiert in zwei Wochen eine Million verdienst“? Grässlich! Ja klar, sowas macht neugierig. Aber mal ehrlich, glaubt allen Ernstes jemand daran, dass das funktionieren soll? Wenn du genial einfache Tipps versprichst, dann müssen diese für deine Leser (= Zielgruppe) auch genial einfach sein, und nicht nur für dich, weil du der Profi bist. Also lieber mal ein bisschen weniger auf die Kacke hauen, dafür aber ehrlich bleiben. Das wird man dir langfristig danken.

Texte fürs Web funktionieren gedruckt nicht

Das ist etwas überspitzt formuliert, aber Internet und Print haben einfach andere Voraussetzungen. Du solltest nie, wirklich nie einen Text eins zu eins aus einer gedruckten Broschüre für einen Flyer übernehmen oder umgekehrt. Wenigstens ein paar kleine Anpassungen sind nötig. Das fängt dabei an, dass du im WWW keine Platzprobleme hast, dafür aber Zwischenüberschriften brauchst, um die Leser bei der Stange zu halten und ihnen die Möglichkeit zu geben, deinen Text zu überfliegen und die für sie wichtigen Informationen auf einen Blick herauszufiltern.

Vergiss Beamtendeutsch und Karl May!

Oder noch besser: Vergiss es für immer! Mag keiner lesen, versteht keiner – und Spaß beim Schreiben hast du so auch nicht. Wer im Schreiben weniger geübt ist, neigt dazu, sich gestelzt auszudrücken und wenn man besonders korrekt wirken will, in Beamtendeutsch zu verfallen. Damit lockst du aber leider keinen Hund hinterm Ofen vor. Schreibe so lebendig wie möglich. Aber wie macht man das? Ganz einfach: Nutze Verben und Adjektive, vermeide Substantivierungen (wenn aus einem Verb ein Substantiv wird) und Passiv-Sätze. Überlege dir gut, wann ein Fachbegriff wirklich nötig ist und wenn ja, erkläre ihn.

Hast du mal Karl May gelesen? Wenn ja, erinnerst du dich vielleicht noch an Sätze, die über sieben, acht Zeilen gingen. Das mag bei Winnetou ganz nett sein. In deinen Business-Texten haben solche Endlos-Sätze aber nichts verloren. Schon gar nicht, wenn es Texte fürs Internet sind. Schreibe einfache Sätze, die nicht allzu lang und möglichst wenig verschachtelt sind.

Mein Tipp: Wenn du einen Text geschrieben hast, lies ihn laut (!) vor. Ja ich weiß, man kommt sich dabei völlig bescheuert vor. Aber ganz ehrlich: Es hilft. Wenn du laut liest, erkennst du viele Schwachstellen in Texten sofort und weißt dann, an welchen Schrauben du noch drehen musst. Und gib deinem Text Ruhe: Wenn du ihn geschrieben hast, schlaf eine Nacht drüber, oder auch zwei. Dann nimmst du ihn dir nochmal zur Brust, schaust, ob inhaltlich alles stimmig ist und wirfst auch auf Rechtschreibung und Grammatik noch einen prüfenden Blick. Wobei wir auch schon beim nächsten Punkt wären:

Rechtschreibung und Grammatik sind sexy!

Kein Witz, sondern mein voller Ernst. Ich ärgere mich oft darüber, dass ein Text vor Fehlern nur so strotzt. Dabei geht es mir nicht darum, dass es jemand vielleicht einfach nicht besser kann. Sondern es geht mir darum, dass sich jemand einfach keine Mühe gibt. Und ich frage mich dann immer: Bin ich es nicht wert, dass ich saubere Texte bekomme, die weitgehend fehlerfrei und verständlich sind?

Viele Fehler erkennst du selbst, wenn du den Text ruhen lässt und nach ein paar Tagen nochmal drüberschaust. Und wenn du weißt, dass du in Rechtschreibung nicht ganz fit bist, dann überleg dir doch, ob hier nicht zumindest ein Korrektorat sinnvoll wäre. Grade bei Texten, die auf Flyern gedruckt werden oder auf deiner Website zu lesen sind, solltest du dir keine Schwäche leisten. Und ein Korrektorat kostet nicht die Welt. (Der Unterschied zum Lektorat ist übrigens, dass beim Korrektorat nur auf Rechtschreibung und Grammatik geprüft wird. Beim Lektorat hingegen geht es auch um den Stil und den Inhalt.)

Signalisiere deinen Lesern, dass sie dir wichtig sind und dass du dir für sie Mühe gegeben hast, einen möglichst perfekten Text abzuliefern – dazu gehört eben auch, dass keine Fehlerchen mehr drin sind.

Erzähl‘s der Freundin

Ein Tipp, der besonders für Blog-Artikel und Social Media Postings gilt, den du aber auch bei deiner Über mich-Seite und vielleicht sogar bei einem Flyer (das hängt ein wenig von deiner Zielgruppe ab – beim Schreiben hilft diese Herangehensweise aber allemal) umsetzen kannst: Stell dir vor, du würdest deiner besten Freundin oder deinem besten Kumpel etwas erzählen. So schreibst du dann auch. Denn auf diese Art und Weise bringst du deine Persönlichkeit am besten rüber, du entwickelst mit der Zeit auch deinen eigenen Schreibstil, an dem man dich erkennen kann. Ich wette mit dir: Wenn du diesen Artikel bis zum Ende gelesen hast, und ich lege dir fünf Texte vor, von denen einer von mir ist – du erkennst ganz schnell, welches mein Text ist. Weil vor meinem geistigen Auge grade meine Freundin sitzt, der ich diese Tipps gebe.

Wenn deine Zielgruppe Texte braucht, die etwas… sagen wir: seriöser sind wie die, in denen du deiner Freundin etwas erzählst, hab ich auch noch einen Tipp: Schreibe trotzdem, als würde deine Freundin vor dir sitzen. Und dann gehst du beim Überarbeiten nochmal etwas genauer ran und machst den Feinschliff, sodass der Text zu deiner Zielgruppe passt.

Synonyme, Metaphern und andere Stilmittel

Beim Texten wirst du schnell feststellen, dass es Wörter gibt, die immer wieder vorkommen. Und unter Umständen wird ein Text so schnell langweilig. In diesem Fall kannst du mit Synonymen arbeiten, so kannst du mehr Abwechslung in deinen Text bringen. Auch rhetorische Stilmittel wie Metaphern eignen sich – mit Maß und Ziel eingesetzt – um deine Texte interessanter und abwechslungsreicher zu gestalten. Denn eine Metapher ist ein bildhafter Ausdruck. Ähnlich gut geeignet sind Symbole, ebenfalls eine rhetorische Figur. Es ist ein abstrakter Begriff, der eine bestimmte Assoziation im Leser auslöst – beispielsweise eine Taube, ein Totenkopf oder eine rote Rose.

Nutze solche Stilmittel bewusst, aber bitte übertreibe es nicht. Sonst wirst du unglaubwürdig und womöglich verstehen dich deine Leser auch gar nicht mehr. Außerdem solltest du dir grade beim Symbol den Einsatz gut überlegen, denn es muss ganz klar sein, was du meinst. Die rote Rose ist zumindest in unserem Kulturkreis ein Symbol für die Liebe, das nicht missverstanden werden kann, um mal ein Beispiel zu nennen.

Schreiben ist kein Hexenwerk, sondern ein (Kunst-)Handwerk

So, nun hast du ein paar grundlegende Tipps bekommen, worauf du achten solltest, wenn du für dein Business Texte selbst schreibst. Wie du siehst, ist es kein Hexenwerk und wie so oft macht auch hier Übung den Meister. Ich vergleiche es gerne mit einem Kunsthandwerk wie Goldschmieden oder Porzellanmalerei. Zumindest die Grundlagen kann jeder lernen. Es ist aber auch nicht ganz einfach und vor allem sollte man den Zeitaufwand nicht unterschätzen. So wie ein Logo nicht mal eben nebenher in fünf Minuten entsteht, so braucht auch ein guter Text seine Zeit und vor allem viel kreatives Hirnschmalz. Denk dran, deine Texte repräsentieren dich und dein Unternehmen!

Liebe Leserin, lieber Leser, Elke ist nicht nur eine Expertin, was Business-Texte angeht. Sie ist auch ein wunderbarer Coach im kreativen Schreiben. Wenn du dich davon überzeugen willst, schau dir mal den betreuten Onlinekurs an, den wir beide gemeinsam auf die Beine gestellt haben. Schreib dich frei – die kreative Selbstcoaching-Methode startet am 27.11.2017. Wenn du für deinen Seelenmüll schon länger nach einer adäquaten „Recycling-Möglichkeit“ suchst, solltest du dir unbedingt einen Platz reservieren. Wir freuen uns auf dich 🙂

Zur Autorin:

Mein Name ist Elke Schwan-Köhr und ich bin Texterin, Redakteurin, Bloggerin. Mit Mann und Katze lebe ich im schönen Schwabenland, bin aber dennoch auch des Hochdeutschen mächtig. Geschrieben habe ich schon als Kind gern, und so war es naheliegend, dass auch mein Beruf damit zu tun hat.

Heute schreibe ich überwiegend Texte fürs Internet – Website-Texte, Blog-Artikel, News-Beiträge etc. Außerdem zeige ich anderen, wie sie selbst richtig schöne Texte schreiben können und dass das sogar Spaß macht. Denn meine Vision ist es, nie mehr schlechte Texte im Internet lesen zu müssen.

 

Hier findest du noch mehr zu Elke und ihrer Arbeit:

Webseite: http://federfuehrend-media.de/

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Erzähl‘ mal: Wo liegen deine größten Herausforderungen, die Texte für dein Business betreffend? Wir freuen uns auf deinen Kommentar 🙂

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