Gestresst ist heutzutage irgendwie jeder. Im Berufsleben gehört das ja fast schon zum guten Ton. So zumindest mein Eindruck. Stress kann durchaus auch eine positive Wirkung haben. Wenn das Gefühl aber zum Dauerzustand wird, kann sich die Wirkung schnell ins Gegenteil umkehren. Chronischer negativer Stress kann dich krank machen. Immer mehr Menschen leiden unter dem sog. Burnout-Syndrom. Ich erkläre dir in diesem Artikel, woran du erkennen kannst, dass du auf dem besten Weg dahin bist. Und du erfährst, was du tun kannst, um dies zu verhindern.

Vorher erzähle ich dir aber noch kurz, was genau ein Burnout überhaupt ist.

Burnout ist keine anerkannte Krankheit

Zumindest nicht laut ICD-10, der Internationalen statistischen Klassifikation der Krankheiten und verwandter Gesundheitsprobleme. Danach handelt es sich bei Burnout um einen Zustand körperlicher, seelischer und geistiger Erschöpfung in Folge dauerhafter beruflicher und/oder privater Überlastung. Burnout resultiert normalerweise aus lang anhaltenden Phasen von Stress.

Wenn du „mal“ gestresst bist, läufst du also noch lange nicht Gefahr, eines Morgens mit einem Burnout-Syndrom aufzuwachen. Je öfter und länger deine Stressphasen aber dauern, umso größer ist das Risiko.

Ich habe für dich die häufigsten Symptome zusammengestellt, an denen du erkennen kannst, dass du auf ein Burnout zusteuerst.

15 Zeichen, die auf ein Burnout hindeuten

  1. Schlafstörungen (Probleme beim Einschlafen, häufiges Aufwachen in der Nacht)
  2. Verspannungen und Rückenschmerzen
  3. häufige Kopfschmerzen, Migräne
  4. Planlosigkeit und Ineffektivität (nichts richtig zustande bringen)
  5. Konzentrationsstörungen, Gedächtnisprobleme
  6. Motivationslosigkeit, Gleichgültigkeit
  7. Müdigkeit und Erschöpfung
  8. Stimmungsschwankungen, Gereiztheit
  9. nervöse Ticks (Nägel kauen, kratzen)
  10. Gefühl des Versagens
  11. Schwindel, Ohnmachtsanfälle
  12. Hörstörungen
  13. häufiges Zuspätkommen und Fehlen am Arbeitsplatz
  14. sozialer Rückzug, Isolierung
  15. Suizidgedanken

Ein Symptom macht noch kein Burnout

Hast du jetzt gerade ein mulmiges Gefühl? Denkst du bei dem einen oder anderen Punkt: „Das kenne ich von mir“? Solltest du dir Sorgen machen? Das kommt darauf an.
Wenn du vermehrt Kopfschmerzen hast, bedeutet das nicht, dass du unter dem Burnout-Syndrom leidest. Wenn du hier und da mal müde und erschöpf bist, bedeutet das nicht, dass du ausgebrannt bist. Ein einzelnes Symptom macht, für sich genommen, noch kein Burnout. Erst das gehäufte Auftreten von mehreren der oben genannten Anzeichen sollten deine Alarmglocken schrillen lassen. Oder die deiner Familie und engen Freunde. Die merken nämlich meist noch vor dir, dass etwas nicht in Ordnung ist.

Das Beste, was du gegen Stress und Burnout tun kannst, ist vorbeugen. Lass es erst gar nicht so weit kommen.

Vorbeugen statt Nachsorgen

Um häufigen Stress und damit letztendlich ein Burnout zu vermeiden, halte ich fünf Dinge für extrem wichtig:

Stressauslöser identifizieren und minimieren
Finde heraus, welche Ursachen Stress bei dir hat. Ist es die Menge der zu erledigenden Aufgaben? Ist es mangelnde Organisation? Fühlst du dich überfordert? Sind es die Kollegen? Oder ungelöste Konflikte? Kannst du schlecht „Nein“ sagen?

Diese Selbstreflexion ist sehr wichtig und du solltest verdammt ehrlich mit dir selbst sein. Wenn du deine Stressfaktoren erkannt hast, solltest du sie, wenn möglich, reduzieren. Plane deine Aufgaben sorgfältig und setze Prioritäten. Delegiere einzelne Aufgaben. Versuche, bestehende Konflikte zu lösen und setze dir selbst und anderen Grenzen.

 

Ausgleich finden und Abschalten

Wenn du permanent unter Druck stehst, ist es von großer Bedeutung, dass du dir einen Ausgleich schaffst. Auf Phasen extremer Anspannung sollten immer wieder ausgedehnte Phasen der Entspannung folgen. Das hält Körper und Psyche gesund und hält dich in Balance. Finde etwas, das dir hilft, abzuschalten. Das kann vieles sein: Sport treiben, ein Instrument spielen, tanzen, lesen, Musik hören, Malen, in der Natur unterwegs sein, meditieren. Es ist ganz egal, wofür du dich entscheidest. Die Hauptsache ist, dass es dir gut tut und dir einen echten Ausgleich bietet.

 

Um Hilfe bitten

Jeder Mensch steht, mal mehr, mal weniger, unter Stress. Du musst mit einer solchen Situation nicht allein fertig werden. Zumal Außenstehende eine andere Perspektive auf die Dinge und somit wertvolle Ideen für die Problemlösung haben. Spring über deinen Schatten, es tut nicht weh!

 

Entscheidungen treffen

Um Stress zu reduzieren, ist es manchmal notwendig, Entscheidungen zu treffen. Zum Beispiel für einen neuen Job. Oder dafür, eine alte Gewohnheit abzulegen. Sich zu entscheiden, Hilfe anzunehmen. Oder aber auch, eine belastende Beziehung abzubrechen. Solche Entscheidungen sind nicht immer angenehm, aber notwendig.

 

Widerstandskraft entwickeln

Nicht alle Menschen sind gleichermaßen stressanfällig. Wie schnell und wie lange jemand Stress empfindet, ist individuell sehr verschieden. Manche Menschen sind stressresistenter als andere. Das hat zum einen etwas mit der körperlichen und seelischen Verfassung zu tun. Zum anderen spielen die Erfahrungen, die man in seinem Leben gesammelt hat, eine Rolle. Wenn jemand in der Vergangenheit schon die eine oder andere Krise überstanden hat, ist er widerstandsfähiger und nicht so leicht umzuhauen. Solche Menschen gehen mit stressigen Situationen anders um, souverän und gelassen. In Fachkreisen nennt man das Resilienz. Diese kann man lernen. Keine Angst, dafür musst du jetzt keine Krise provozieren.

 

Resilienz bedeutet, dass ein Mensch in seinen verschiedenen Lebensbereichen in Balance ist. Diese Bereiche sind:

 

  • Dein Beruf
  • Deine sozialen Kontakte
  • Deine Gesundheit
  • Deine Individualität und deine Hobbys
  • Dein Glaube

 

Sind diese Lebensbereiche so ausgefüllt, wie du es dir wünschst, bist du widerstandsfähiger als andere Menschen. Dein Ziel sollte es also sein, die verschiedenen Säulen deines Lebens im Gleichgewicht zu halten. Überlege dir zu jedem der Bereiche, wie er idealerweise aussehen sollte. Vergleiche dieses Ideal dann mit dem Ist-Zustand. Stimmen sie nicht überein, besteht für dich Handlungsbedarf.

Ich habe dir in diesem Artikel beschrieben, dass mehrere Symptome gleichzeitig und über einen längeren Zeitraum hinweg auftreten müssen, um von einem Burnout-Syndrom sprechen zu können. Allerdings ist der Übergang von Stress zu Burnout oft fließend und geht meist schneller, als man denkt. Mache dir das immer wieder bewusst, reflektiere dich und deine Situation regelmäßig und gib auf dich Acht!

Ich freue mich, wenn ich dir mit diesem Artikel einen wertvollen Einblick in dein persönliches Stressempfinden geben konnte. Vielleicht ist ja auch die eine oder andere Anregung für dich dabei.

Wie ist es bei dir? Welche Symptome hast du bei dir selbst schon festgestellt? Was bereitet dir am meisten Stress? Wie gehst du damit um? Was hast du bei anderen schon beobachtet?

Ich freue mich auf deinen Kommentar!

2 Kommentare

  1. helga

    Emotional erschöpft und ausgebrannt sind wir ja nicht selten an den Arbeitstagen, sowie auch am Wochenende. Das betrifft auch meine Mutti, die meistens nervös nach Hause kehrt. Ihre Freundin hat ihr einen Burn-Out-Kurs empfohlen, damit sie ihre Kräfte stärken und sich in den Einklang mit dem Körper und der Umgebung bringen konnte. Hoffentlich wird das Gewünschte erreicht, danke für die sinnvollen Tipps!

    Antworten
    • Carina Reitz

      Liebe Helga,

      vielen Dank für dein Feedback und den persönlichen Einblick.

      Viele Grüße
      Carina

      Antworten

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