Seit 2003 bin ich Webworker und entwickle und pflege Websites. 2015 habe ich mich selbständig gemacht und mich in diesem Zuge auf WordPress spezialisiert. Warum das Rad neu erfinden, wenn es ein so gutes CMS als Grundlage gibt?

Aber egal ob mit WordPress oder einem anderen System aufgesetzt, eine Website hat immer eine konkrete Aufgabe.

Deine Website ist dein Mitarbeiter, der sich online um deine Interessenten und Kunden kümmert. Zumindest ein Stück weit.
Sie informiert neue Besucher über dich und dein Angebot, bietet Kontaktmöglichkeit und offeriert deine besonderen Angebote.
Deshalb sollte sie sich gut ausdrücken können – sprich: hochwertige Texte enthalten. Ordentlich angezogen sein – sprich:  qualitative Bilder haben. Aber bitte alles authentisch. Keine Hochglanz-Barbie darstellen, wenn du selber eine bodenständige Person bist.

Neben guten Inhalten und einer zu dir passenden Marketingtaktik müssen noch ein paar grundlegende Kriterien erfüllt sein.

Worauf kommt es technisch an?

Deine Website soll stabil und sicher laufen, sonst hast du nur unnötigen Ärger mit ihr. Deshalb gilt es einige grundlegende Punkte zu beachten:

 

Wähle einen guten Hoster (keine Massen- oder Billighoster!)
Massenhoster geben einzelnen Kunden nur niedrige Ressourcen frei, um so viele Kunden als möglich auf einem Server unterbringen zu können. Rufe dir das Bild der Legehennenbatterien vor dein geistiges Auge, und du hast eine ungefähre Vorstellung, wie viel Entfaltungsmöglichkeit deine Website bei solchen Hostern haben wird.

 

Nutze keinen Webbaukasten und auch nicht die 1-Klick-Installtion für CMS
Du und dein Business sind professionell und keine Hobbyveranstaltung. Ein Koch, der plant, ein Restaurant aufzumachen, würde auch kein Camping-Equipment als Küchenausrüstung hernehmen. Deine Website soll dir Geld einspielen – also muss sie auch entsprechend aufgebaut sein.

 

Achte bei der CMS-Installation auf die Datei-Schreibrechte, Sperren des Zugriffs für Unbefugte auf bestimmte Ordner und Dateien
Ist wie Zuhause. Lässt du alle Fenster und Türen offen stehen, ist das Risiko deutlich höher, ungebetenen Besuch in deinen Räumen zu haben. Hast du auf deinem Hosting die Schreibrechte für alle geöffnet, werden früher oder später unliebsame Besucher ihre Spuren hinterlassen (du wirst gehackt).

 

Lege überall sichere Passwörter fest
Ich komme mir vor wie eine Tibetische Gebetsmühle. Aber es ist und bleibt das A und O!
Ein sicheres Passwort besteht aus mindestens 12 Zeichen, Groß- und Kleinbuchstaben, Zahlen und Sonderzeichen.
„Name-des-Kindes+Geburtsjahr“ ist KEIN Passwort!

 

Wähle dein Theme mit Bedacht und nicht nur nach seiner Hochglanzpolierung
Themes bringen in erster Linie einen Aufbau und teilweise auch Funktionen mit. Lass dich nicht von den herrlichen Beispielfotos locken – du verwendest andere Bilder! Schau, welcher Aufbau deinen Wünschen entspricht. Mache dir dazu am einfachsten vorher eine kleine Skizze (als würdest du einem Freund den Grundriss deiner Wohnung skizzieren).

 

Wähle deine Plugins mit Bedacht
Plugins erweitern die Funktionalität deiner Website. Achte darauf, keine Funktion doppelt zu installieren – sie könnten sich in die Quere kommen. Wirf vor dem Installieren einen Blick auf die Bewertungen und Kommentare zum Plugin. Sie sind teilweise sehr aussagekräftig.

 

Keine veralteten Themes und Plugins nutzen
Themes und Plugins, die seit zwei Jahren kein Update mehr erhalten haben, haben in deiner WordPress-Installation nichts zu suchen!  Keine Updates = potenzielle Sicherheitslücken. Du solltest bestehende Plugins auch von Zeit zu Zeit darauf überprüfen (lassen).

 

Plugin-Sparsamkeit beachten
Ein Auto beladen mit 100 Kilo Zement, den die nächsten 4 Monate keiner benötigt. Na? Schaut es so in deinem Kofferraum aus?
Nein, denn es erhöht unnötig den Spritverbrauch und verlangsamt dein Fahrzeug auch in der Beschleunigung. Gleiches gilt für deine Website. Nur Funktionen installiert lassen, die du auch tatsächlich verwendest. Was nicht aktiv ist, fliegt. Das minimiert auch potenzielle Sicherheitslücken, denn jede Erweiterung ist wie ein Glasfenster im stabilen Mauerwerk: hier haben Eindringlinge einfachere Karten, rein zu kommen.

Wenn’s dann mal läuft…

Im laufenden Betrieb solltest du außerdem noch beachten:

Regelmäßige Wartung

    • Regelmäßige Aktualisierungen von WordPress, Theme und Plugins
    • Regelmäßige Backups – sie sind dein Netz mit doppeltem Boden für den Notfall
    • Regelmäßig prüfen, ob alle Komponenten noch vom Entwickler gepflegt werden

Abmahnungen vermeiden

Eins meiner Lieblingsthemen – und nein! Ich meine das nicht ironisch. Weder unser Land, noch das Internet sind rechtsfreier Raum und besonders als Selbständige/r hast du hier einiges zu beachten.

Tust du das nicht, kann das ganz schnell das Aus für deine Selbständigkeit bedeuten, weil du an den Strafen bankrottgehen kannst.

Ja das tönt heftig und vielleicht auch marktschreierisch. Aber ich mutiere nicht zur Krabben-Klara am Hamburger Fischmarkt. Ich meine das tatsächlich ernst und es ist nur die ungeschmückte Realität!

Vorneweg: Ich bin keine Juristin und kann daher keine Rechtsberatung leisten!

Wir sind alle dazu verpflichtet, uns an die Vorgaben unserer Rechtsprechung zu halten – dafür muss man zumindest von ihnen gehört haben. Im Rahmen meiner Arbeit an Websites gehört also ein Mindestmaß an Informationseinholung zu Rechtsfragen dazu. Und weißt du was? Ich habe sogar Spaß daran!

Meine Infos dazu für dich sind genau das: Nach bestem Wissen und Gewissen zusammengetragene Informationen.

Möchtest du es genau wissen, kommst du an einem Fachmenschen – in diesem Bereich also einem Anwalt für IT-Recht – nicht vorbei.

Welches sind denn die wichtigsten Punkte, die du durchgehen solltest, um eine Abmahnung möglichst zu vermeiden?

 

Markenrecht
Darfst du den Domain-Namen eigentlich verwenden? Auch dein eigener Name kann unter Umständen schon von jemanden als Markenname geschützt worden sein!

 

Impressum
Das Telemediengesetz schreibt eine Anbieterkennzeichnung vor. Es müssen dein Name und eine ladungsfähige Adresse (kein Postfach) genannt werden. Außerdem können noch weitere Informationen für dich Pflicht sein, wie z.B. die Unternehmensform, deine zuständige Kammer, bestimme Berufsversicherungen, etc. Frage hierzu bei deiner Kammer bzw. wo du sonst (Zwangs-)Mitglied bist oder bei einem Anwalt nach.

 

Datenschutz
Zum Thema Datenschutz gibt es sehr sehr viele Fettnäpfchen, und ich sehe nur sehr wenige Seiten, die wenigstens die gängigsten Punkte umsetzen. Das kann mal so richtig sauteuer werden, denn wenn es um Daten geht, versteht unser Staat absolut keinen Spaß. Du musst gewährleisten, dass Daten, die Besucher deiner Website eingeben, verschlüsselt übermittelt werden – also benötigst du eine SSL-Verschlüsselung. Zur Aufbewahrung und Nutzung der Daten gibt es auch einen ganzen Katalog an Vorschriften. Ebenfalls zu im Hintergrund erhobenen Daten wie durch Serverlogfiles, Cookies, Verknüpfungen mit deinen Social Media-Accounts und die vielen Trackings (FB-Pixel, Google Analytics,….). Nicht nur über das Einsetzen der Trackings musst du informieren, es gibt auch Vorschriften zur Einsetzung als Solches. So muss man beim Google Analytics-Code unbedingt zur IP-Verschleierung Hand anlegen und darf ihn nicht einfach wie erhalten einsetzen.

 

Wettbewerbsrecht
Du bewirbst deine Dienstleistung und/oder deine Produkte? Klar! Wenn ein potentieller Kunde nichts von deinem Angebot weiß, kann aus ihm auch kein tatsächlicher Kunde werden. Aber auch hier ist die Rechtsprechung alles andere als knauserig mit dem Aufstellen von möglichen Fettnäpfchen! Das geht bei einer „ordentlichen“ Preisauszeichnung los und zieht sich über erlaubte und nichterlaubte Formulierungen bis hin zu erlaubten und nichterlaubten Bildern. Werbung ist alles, was du betreibst, um dich oder dein Produkt bekannt(er) zu machen, wie zum Beispiel Social Media-Posts, E-Mail (und damit automatisch auch Newsletter), Online-Flyer (Salespages, Landingpages,…) und natürlich auch deine Website.

 

Urheberrecht
Ebenfalls eine ganz heikle Sache – mit Recht. Du möchtest schließlich auch nicht, dass deine Arbeit einfach 1:1 kopiert oder ohne dein Einverständnis genutzt wird. Urheberrechtlich geschützt sein können Bildmaterial wie Fotos, Zeichnung und Video genauso wie Texte. Auch Zitate können deshalb nicht unbedenklich verwendet werden und müssen in Zusammenhang mit deinem Inhalt stehen. Hier hat sich seit Jahren schon eine enorme Industrie entwickelt, die durch Abgrasen des Internets nach unerlaubt verwendeten oder kopierten Elementen und daraus resultierenden überteuerten Abmahnungen ganze Familien ernähren.
Versteh mich richtig: ich bin absolut FÜR die Achtung des Urhebers – aber gegen die Abmahnindustrie!

 

Transparenzgebot
Die Transparenz ist in vielen der schon genannten Punkte für dich immer oberstes Gebot.
-> Du bist Unternehmer/in und somit stehst du auch zu deinem Angebot – also schreibe dich auch ordentlich in dein Impressum und versuche dich nicht zu verstecken. Immer im Hinterkopf „die Katze im Sack“ baut kein Vertrauen auf und macht niemanden zum Kunden
-> Kosten dürfen nicht verschleiert werden, weder unmittelbar entstehende also auch Folgekosten – auch nicht ein bisschen
-> Dein Interessent hat einen Anspruch darauf zu erfahren, was er da eigentlich an Inhalten bekommen wird, wenn er deinen Newsletter abonniert
-> Dazu gehört auch, dass dein Interessent einen Anspruch darauf hat, zu erfahren, was genau mit dem von ihm angegebenen Daten passiert

 

IT-Sicherheitsgesetz
Wie im Straßenverkehr gibt es auch im Internet Sicherheitsvorschriften zu beachten. So musst du gewährleisten, dass deine Website technisch so aufgebaut ist, dass sie möglichst nicht gehackt wird. Der Vergleich aus der realen Leben dazu wäre: Wenn du dein Haus oder dein Auto nicht abschließt, hast du einen Einbruch begünstigt und zumindest die Versicherung wird dich das spüren lassen: „Mitschuld“. Dazu gehört auch, dass du dafür Sorge tragen musst, dass deine Website immer möglichst auf dem aktuellen technischen Stand ist. Hieran scheitern über 60% aller WordPress-Nutzer und updaten ihre Installation ungenügend oder gar nicht! Wird deine Seite gehackt und über sie Schadsoftware verbreitet, schadet das nicht nur deinem Ruf, sondern auch deinem Geldbeutel. Hier sind wir wieder bei der „Mitschuld“. Der Schaden kann schnell horrende Summen annehmen, von denen du dir – wie die ganz Reichen – Villen in Malibu leisten könntest.

 

Regelmäßiges Überprüfen auf Rechtssicherheit
Und noch etwas ist ganz wichtig! Nicht nur du und dein Business, nicht nur WordPress und die Technik entwickeln sich weiter. Auch Gesetze verändern sich immer wieder. Es kommen neue Punkte hinzu oder bestehende werden verschärft. Als Unternehmer/in bist du selbst verantwortlich dafür, darüber Bescheid zu wissen. Der Staat wird nicht bei dir anrufen und dich über Neuigkeiten informieren. Du solltest dich also regelmäßig (z.B. jährlich) über die aktuelle und die kommende Lage informieren.
Da wir gerade beim Thema sind: Es tritt im Mai 2018 das neue Bundesdatenschutzgesetz in Kraft.

Mein Fazit

Ja, das ist eine ganze Latte an Dingen, an die du denken und die du beachten musst. Und es ist keine Schande, wenn du jetzt erst mal das Gefühl hast, überfordert zu sein. Nimm dir Zeit, diese Punkte ganz in Ruhe zu verinnerlichen. Und wenn es dir dann immer noch wie ein großer, unbezwingbarer Berg vorkommt, dann hol dir Hilfe. Denn du musst in deinem Business nicht alles allein machen! Konzentriere dich auf das, was du richtig gut kannst und gib andere Aufgaben einfach ab.

Zur Autorin:

Mein Name ist Anita Leverenz und ich bin deine WordPress-Mechanikerin.

Seit 2003 entwickle ich mit Begeisterung Webseiten und habe mich 2015 als WordPress-Expertin selbständig gemacht. Ich unterstütze seither Solounternehmer und kleine Unternehmen dabei, ihre Webseite auf WordPress-Basis zu betreiben. Besonderes Augenmerk lege ich dabei auf technische und rechtliche Sicherheit einer Webseite, denn eine Webseite soll dich und dein Unternehmen unterstützen und nicht unnötigen Ärger bereiten.

Mehr Infos findest du auf http://website-stube.de.

Liebe Leserin, lieber Leser, ist deine Webseite bereit für dein Traumbusiness? Wo liegen deine Herausforderungen? Wir sind gespannt auf deinen Kommentar 🙂

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