Ich will hier nicht über gute Vorsätze reden. Naja, vielleicht ein bisschen 😉 Machen ja sowieso gerade alle. Mir geht es heute aber eher darum, zu ergründen, warum es uns generell so schwer fällt, uns zu überwinden. Und ich sage dir, wie es doch geht und was du davon hast.

Ich habe mal die gängigsten Ausreden zusammengetragen – schau nicht so! Es sind meist einfach nur Ausreden und das weißt du auch 😉 Ich bin mal gespannt, ob du dich in einer wiedererkennst 🙂

Am Montag fang‘ ich an

Sehr beliebt, vor allem beim Thema „gute Vorsätze“. Egal, ob es darum geht, sich das Rauchen abzugewöhnen, abzunehmen, mehr Sport zu machen oder sich mehr Zeit für sich selbst zu nehmen – wir fangen nie JETZT damit an. Mit der Verlegung des Startpunkts in die Zukunft schaffen wir uns eine kleine Galgenfrist – und hoffen meist insgeheim, dass uns noch irgendein „guter Grund“ dazwischen kommt und wir den Neuanfang noch weiter nach hinten verschieben können.

Klar gilt auch mal: „Was du heute kannst besorgen, das verschiebe ruhig auf morgen“. Wenn dir das aber immer wieder mit demselben Vorhaben passiert, solltest du dich vielleicht fragen, ob das Ziel wirklich DEIN Ziel ist. Willst du wirklich mit dem Rauchen aufhören, abnehmen, mehr Sport machen oder dir mehr Zeit für dich selbst nehmen? Oder bist du ehrlicherweise noch gar nicht bereit dafür? In diesem Fall solltest du dir überlegen, was genau dich davon abhält, den ersten Schritt zu gehen und versuchen, das Hindernis aus dem Weg zu räumen.

Das schaffe ich sowieso nicht

Aus welchem Grund machen wir uns eigentlich immer kleiner, als wir sind? Was soll diese selbsterniedrigende Nummer bringen? Ich sag’s dir: Nix, außer Unsicherheit, Unzufriedenheit und Frust.

Ok, es besteht natürlich immer die Möglichkeit, dass du etwas nicht schaffst. Und mit diesem Vorwand dämpfst du auf jeden Fall schon mal die Erwartungshaltung – vor allem die eigene. Wie soll dein Hirn deinen Körper denn mit positiven Gedanken beliefern, wenn du ihm gleich am Anfang ein solches Ding vor den Latz knallst? Also, ich wäre nach so einem Spruch auch nur noch mäßig motiviert.

Und stell‘ dir doch zur Abwechslung – nur für einen ganz kleinen Moment – mal vor, du würdest es doch schaffen. Ist das nicht ein geiles Gefühl?

Das bringt doch nichts

Diese Ausrede gehört zur selben Kategorie wie die vorherige. Wenn du mit dieser Einstellung ein Ziel erreichen willst, kann das ja nix werden. Und wenn du schon am Anfang der Meinung bist, das die Veränderung nichts bringt, warum hast du sie dann überhaupt in Erwägung gezogen? Oder hast du dich von deinem Umfeld so sehr verunsichern lassen, dass du mittlerweile selbst nicht mehr an den Erfolg glaubst? In diesem Fall: Such‘ dir neue Freunde!

Das kann ich meiner Familie nicht antun

Nein, deine Familie wird nicht zwangsläufig begeistert sein, wenn du dein Leben änderst. Schließlich bedeutet das auch für sie Veränderung. Aber auch in diesem Fall gilt: die Veränderung kann ja ebenso gut auch positive Auswirkungen haben – sehr wahrscheinlich sogar.

Lass‘ dir von niemandem deinen Traum kaputt machen. Deine Familie und deine Freunde sollten hinter dir stehen und dich unterstützen. Und das sollten sie umgekehrt natürlich auch von dir erwarten können. Versuche, die Menschen, die dir wichtig sind, in dein Vorhaben mit einzubeziehen. So zeigst du ihnen, wie wichtig sie dir sind. Probier’s doch einfach mal aus – vielleicht überraschen sie dich ja!

Die Umstände passen gerade nicht

Der Klassiker unter den Ausreden. Ich verrate dir mal ein Geheimnis, so ganz unter uns: die Umstände passen NIE! Warte nicht auf den richtigen Zeitpunkt. Jetzt ist genauso gut wie Morgen oder nächste Woche.

Viele Wege erschließen sich dir erst beim Gehen. Das bedeutet, dass sich manche Lösungen für ein Problem ganz von allein einstellen, wenn du nur erst mal den ersten Schritt gemacht hast und dich nicht von deinem Weg abbringen lässt. Ok, das fällt manchmal verdammt schwer. Aber in den meisten Fällen lohnt es sich 🙂

Außerdem, wie lange willst du warten? „Das kann ich immer noch machen“ kann von heute auf morgen erledigt sein. Am Ende bereut man doch eher die Dinge, die man nicht getan hat, oder?

Das kann ich mir nicht leisten

Das Ding mit dem Geld ist nicht zu unterschätzen. Geld ist nicht alles, aber es gibt Sicherheit. Das weiß ich nicht erst, seitdem ich ohne Netz und doppelten Boden selbstständig bin. Trotzdem sollte dir dieses Thema nicht im Weg stehen, wenn du dir deinen Lebenstraum erfüllen willst. Sonst wird es ein Traum bleiben. Mit ein bisschen Zeit und einer soliden Planung kannst du dir ein finanzielles Polster schaffen, bevor du in die Verwirklichung deines tiefsten Wunsches einsteigst. Oder du findest andere Möglichkeiten, dich in der ersten Zeit finanziell über Wasser zu halten. Die gibt es, du musst sie nur in Erwägung ziehen – und dich vielleicht ab und zu trauen, um Hilfe zu bitten.

Wenn dich das nicht überzeugt, versuche mal folgendes Gedanken-Experiment: Welche Menschen sind dir tendenziell sympathischer, die mit der Kohle oder die, die weniger haben und trotzdem immer für andere da sind?

So, das sind in meinen Augen die gängigsten Ausreden, die uns davon abhalten, unser Ding zu machen, unseren Traum zu leben. Ja, es ist nicht immer so einfach, wie ich es hier beschrieben habe. Und ja, ich will dich provozieren. Denn es ist auch nicht immer so schwer, wie du es dir machst 😉

UPDATE: 

Ich freue mich sehr, dass meine Mastermind-Kollegin Christine Konstantinidis diesen Artikel so inspirierend fand, dass sie ihn als Basis für einen eigenen Artikel verwendet hat. Christine ist Sprachlehrerin und bei ihr bist du goldrichtig, wenn du eine neue Sprache lernen oder verstaubte Sprachkenntnisse auffrischen willst. Wenn du neugierig auf ihre Version des Themas bist, gelangst du hier zu ihrem Artikel.

Jetzt interessiert mich natürlich brennend, was du zu dem Thema sagst. Schiebst du auch immer wieder Gründe vor, warum du etwas gerade nicht in Angriff nehmen kannst? Welches ist deine Lieblingsausrede? Oder kannst du bei anderen ein immer wiederkehrendes Muster erkennen?

Schreib‘ mir einen Kommentar!

6 Kommentare

  1. Frauke

    Geniale Aufstellung von „Ausflüchten“! Ich hab mich ganz lange mit der lieben Sicherheit vor Veränderung gedrückt. Irgendwann hatte ich das so satt, dass ich die Sicherheit in den Wind geschossen habe … und die Devise ausgegeben habe: Klarheit ist die neue Sicherheit.
    Tatsächlich immer noch vorhanden ist die Variante „Das schaffe ich sowieso nicht.“ Ich arbeite daran 🙂 aber das ist wohl ein Glaubenssatz, der tiiiiiiieeeef gründet :-/

    Antworten
    • Carina Reitz

      Liebe Frauke,

      oh ja, diesen Glaubenssatz kenne ich nur zu gut 😉 Aber auch da kommt man irgendwann ran! „Klarheit ist die neue Sicherheit“ – wie wundervoll, das merke ich mir.

      Liebe Grüße
      Carina

      Antworten
  2. Petra Maria

    Super geschrieben….. Ich habe mich in allen Ausreden wieder gefunden 🙂 Ja, das Mindset, ich muss dringend dran arbeiten 🙂

    Liebe Grüße
    Petra Maria

    Antworten
    • Carina Reitz

      Danke liebe Petra 🙂 Ja, unsere Gedanken steuern unser Verhalten. Wenn du also an deine negativen Glaubenssätze bearbeitest, fällt dir die Umsetzung deiner Vorhaben leichter.

      Liebe Grüße
      Carina

      Antworten
  3. Lisa

    Halo Carina,

    bei mir ist es „Ich bin noch nicht soweit.“ Ich lerne gerne etwas dazu und verpasse oft den Punkt, wenn es mal gut ist mir externen Recherchen und ich einfach loslegen sollte. Möchte nichts übersehen und ja, Perfektionismus ist auch dabei. Mir hilft immer das Denken, dass meine Vorstellungen und Anforderungen (auch an andere) schon sehr hoch gesteckt sind. Den meisten Menschen werden auch 80% reichen und die in meinen Augen fehlenden 20% gar nicht wahrnehmen. Trotzdem fällt es schwer.

    „Und stell‘ dir doch zur Abwechslung – nur für einen ganz kleinen Moment – mal vor, du würdest es doch schaffen. Ist das nicht ein geiles Gefühl?“ Damit hast Du völlig Recht, visualisieren ist eine tolle Taktik. Ich nehme mir dafür auch gerne mehr als einen kurzen Moment Zeit.

    Liebe Grüße
    Lisa

    Antworten
    • Carina Reitz

      Liebe Lisa,

      vielen Dank für dein Feedback. Das kenne ich, immer noch mehr machen zu wollen, damit man dann irgendwann „endlich“ loslegen kann. Ich denke, das hat auch viel mit Sicherheit zu tun.

      Visualisierungen sind genial! Ich nutze sie sehr gerne in der Arbeit mit meinen Klienten. Und selbst bin ich mehrfach am Tag mit meinen „Träumereien“ beschäftigt. Das ist wie ein kleiner Urlaub 🙂

      Liebe Grüße
      Carina

      Antworten

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