…Christine Konstantinidis von Erfolgreiches Sprachenlernen.

Alle 14 Tage findest du hier unter der Rubrik 5 Fragen an… ein Interview mit einem Menschen, der es geschafft hat, seinen Traum zu leben. Aus jeder Vogelscheuche kann eine Rampensau werden – diese Interviews sollen dir Mut machen und zeigen, dass es immer einen Weg gibt.

Viel Spaß mit Christine 🙂

Christine, was genau ist dein Herzensprojekt?

Mein Herzensprojekt sind die Sprachen. Ich lebe für, mit und von den Sprachen. Ich liebe es, mich mit Sprachen zu beschäftigen, sie zu lernen und sie zu lehren. Dank einer guten Organisation bin ich nicht darauf angewiesen, Anweisungen von außen zu erhalten, daher ist mein Herzensprojekt, selbstbestimmt in meinem Bereich „Sprachen“ zu arbeiten, sei es als Sprachlehrerin, als Bloggerin oder als Speakerin und Coach. Sprachen decken ein breites Feld ab, vor allem in Verbindung mit meinem zweiten Herzensprojekt Lerntechnik und Zeitmanagement, und so ist mein Umfeld häufig der Meinung, ich arbeite nichts Richtiges, eben weil mir meine Arbeit so viel Spaß macht.

Natürlich muss ich mich bei meinen Projekten auch um unangenehme Dinge kümmern, aber das Vermitteln von Sprachen, das Schreiben, das Sprechen, der Umgang mit den Menschen und, ja – ein kleines bisschen – auch das Besserwissen (Lehrer haben so ein Gen, behauptet zumindest meine Familie) machen mir einen Riesenspaß!

Mein Blog erfolgreichessprachenlernen.com ist mein ganz persönliches Herzensprojekt, in das viel Energie und Zeit fließt – zusätzlich zu meinen beruflichen Tätigkeiten. Aber irgendwie gehört alles zusammen und bei den Sprachen schließt sich der Kreis.

Welche Herausforderung war die größte, der du dich bei der Verwirklichung deines Traums stellen musstest?

Die größte Herausforderung ist nach wie vor die Gestaltung der Rahmenbedingungen. Meine Sprachkursteilnehmer oder andere Auftraggeber glauben häufig, ich sitze nur zu Hause und beschäftige mich mit meinem Hobby, daher erhalte ich oft auf den Hinweis „Ich stelle Ihnen eine Rechnung“ die Antwort: „Wieso, wir dachten, Sie übersetzen das gerne, das ist doch Ihr Hobby?“

Ich finde das Nein-Sagen extrem schwierig – das Übersetzen einer Postkarte „eben mal schnell nach dem Kurs“ mag ja noch angehen, der Notarbrief aber nicht. Das zu erklären ist häufig ein Kraftakt. Auch finde ich in Deutschland die Beurteilung der Freiberufler in Bezug auf die Rentenversicherung extrem unfair, vor allem in Lehrberufen, ebenso die Bezahlung an sich – für Bildung mag niemand viel Geld ausgeben.

Was würdest du heute anders machen?

Das Internet kam für mich persönlich leider 20 Jahre zu spät. Im Ernst, ich würde meine berufliche Tätigkeit fast genauso machen wie jetzt auch, würde mich aber ganz anders sozial und rentenmäßig absichern. Zudem würde ich klarer an einer Positionierung arbeiten (ich weiß, das kann ich jetzt auch noch) und würde den Fokus mehr auf das orts- und zeitunabhängige Arbeiten und damit auf die Internetlösungen wie Online-Unterricht oder Skype-Coachings legen.

Welches  Motto begleitet dich im Leben?

Es klingt vielleicht blöd, aber mein erster Englischlehrer hat mir in mein Poesiealbum geschrieben (ja, das gab es damals noch!): „Lernen ist wie Rudern gegen den Strom. Sobald man damit aufhört, treibt man zurück.“ Ich habe festgestellt, dass dieser Spruch erstens stimmt und so zu meinem Lebensmotto geworden ist und dass man zweitens Wissen nicht für sich behalten darf, sondern es teilen muss. Dadurch vermehrt es sich. Außerdem begleitet mich das „Ich helfe Anderen“ auf meinem Weg. Ich glaube, dass dieses „Sharing is caring“, mit dem in den sozialen Netzwerken häufig geworben wird, nicht nur eine leere Worthülse ist, sondern dass darauf das ganze Leben basieren sollte. Helfe ich dir, hilfst du mir. So hätten wir einige Probleme weniger auf der Welt.

Welchen Tipp hast du für meine Vogelscheuchen?

Ich bin, glaube ich, auch so eine Vogelscheuche. Ich denke auch oft, dass ich nichts zu sagen habe, speziell wenn es nicht um „mein“ Thema Sprachen geht. Oft ist es aber so, dass Andere einen so „unwissend“ gar nicht wahrnehmen, sondern dankbar sind für einen neutralen Blick auf einen Sachverhalt, eben weil man sich selbst nicht wirklich gut damit auskennt und kein „Spezialwissen“ hat. Dieses Spezialwissen vernebelt manchmal ein bisschen die Sinne.

Mein Tipp ist, sich nicht zu verstecken und sich Schritt für Schritt aus der Komfortzone herauszuwagen. In meinem Fall hier war das dieses schriftliche Interview hier. Ein Video- oder Audiointerview hätte bei mir (noch) Panik ausgelöst, also haben Carina und ich eine andere Lösung gefunden. Ein Schritt aus der Komfortzone ist genug. Das nächste Mal wird es einer mehr, dann wieder einer. So kommen auch kleine Vogelscheuchen vorwärts.

Zudem hilft mir persönlich Visualisierung weiter. Vor einem Vortrag in Berlin im November war ich extrem aufgeregt. Also habe ich mir immer wieder das Bild vor Augen geführt, dass die Leute begeistert klatschen, wenn ich mit meinem Vortrag fertig bin. Wenn man sich schon dort sieht, wo man hin möchte, dann fällt der Weg leichter. Und man sollte sich entspannen, entspannen, entspannen. Stress und Panikattacken haben noch niemandem weitergeholfen. Während des Vortrags habe ich übrigens immer wieder vier oder fünf sehr aufmerksame Zuhörer aktiv angeschaut und mir vorgestellt, ich rede nur für sie. Das hat auch geholfen.

Liebe Christine, vielen Dank, dass du dich für dieses Interview einen weiteren Schritt aus deiner Komfortzone heraus gewagt hast. Das Ergebnis kann sich sehen lassen 🙂

Wer hier Rede und Antwort steht:

Ich heiße Christine Konstantinidis und bin schon seit Jahrzehnten im Sprachenbereich tätig. Ich unterrichte hauptsächlich Italienisch, mache Übersetzungen, begleite Lerner auf ihrem Weg des Sprachenlernens mit Lerncoaching und schreibe auf meinem Blog „Erfolgreiches Sprachenlernen“ (http://erfolgreichessprachenlernen.com ). Außerdem schreibe ich Blogartikel für talkREAL und für CourseFindersGermany. Auf Facebook bin ich unter www.facebook.com/erfolgreichessprachenlernen zu finden.

Natürlich beschäftige ich mich nicht nur beruflich mit Sprachen, sondern auch privat. Meine große Leidenschaft ist momentan, Spanisch zu lernen! Ich liebe es auch zu reisen, am liebsten in Länder, deren Sprache ich sprechen kann. Lesen ist ebenfalls eine meiner Leidenschaften, außerdem schaue ich gerne Kinofilme, gehe leidenschaftlich gerne essen (am liebsten italienisch, spanisch, orientalisch und österreichisch) und bin ab und an süchtig nach Schokolade. Zudem arbeite und lese ich gerne in Cafés.

Basketball finde ich toll und gehe häufig zu den Heimspielen der Brose Baskets Bamberg. Aktiv gehe ich regelmäßig ins Fitnessstudio und mache Spaziergänge mit meinem Hund. Fahrradfahren ist im Sommer aktuell (im Winter ist mir das zu kalt), Joggen erst dann, wenn mein Fersensporn abgeheilt ist.

Ich liebe es, gut organisiert zu sein! Und ohne mindestens zwei Bücher, mein Handy und meinen iPod gehe ich nirgends hin!

Liebe Leserin, lieber Leser: Macht dir Christines Weg Mut? Wie steht es um dich und deine Komfortzone? Wir freuen uns über deinen Kommentar 🙂

2 Kommentare

  1. Christine Konstantinidis

    Liebe Carina,

    vielen Dank für die Möglichkeit der Teilnahme an deiner „5 Fragen an …“-Serie – das Interview hat mir viel Spaß gemacht. Ich hoffe, dass mein Beitrag deinen Lesern Mut macht, aus ihrer Komfortzone zu treten (auch wenn es dort so schön bequem ist…) und sie es schaffen, jedes Mal ein kleines bisschen mehr sie selbst zu sein, ohne Angst! Dafür aber mit viel Selbstvertrauen, Enthusiasmus und Leidenschaft – eben mit all den Eigenschaften, die meiner Meinung nach die Zufriedenheit und den ganz persönlichen Erfolg ausmachen.

    Herzliche Grüße
    Christine

    Antworten
    • Carina Reitz

      Liebe Christine,

      ich danke dir, dass du mir für das Interview zur Verfügung gestanden hast. Auch mir hat es sehr viel Spaß gemacht 🙂 Ich finde, du erklärst wunderbar, wie sehr es sich lohnt, aus der eigenen Komfortzone zu treten und mutig seinen Weg zu gehen – Schritt für Schritt. Das motiviert total, selbst den nächsten Schritt zu gehen. Meinen Lesern geht es sicher genauso 😉

      Liebe Grüße
      Carina

      Antworten

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