Wenn vom Traum- oder Herzensbusiness gesprochen wird, dann haben viele von uns ganz große Visionen. Die Vorstellung, mit dem, was man wirklich-wirklich liebt, Geld zu verdienen, geht direkt vom Bauch über das Herz ins Gehirn und löst eine ganz tiefe Sehnsucht in uns aus.

Auch bei mir war (ist) das so.

Wer heute was auf sich hält läuft entweder den Jakobsweg oder wird erfolgreicher (Online-) Unternehmer

Doch was bedeutet Erfolg?
Ist er messbar, skalierbar oder gar vergleichbar?
Oder ist er nicht eher ganz individuell, persönlich und stets im Wandel?

Ich war Zeit meines Lebens auf der Suche.  Habe mich von Job zu Job gequält, fühlte mich eingeengt, bevormundet und so weit weg von der Selbstverwirklichung wie Helene Fischer von Iron Maiden.

Ich wollte mehr Zeit für die Dinge im Leben, die mir am Herzen liegen, die mir Spaß machen, mehr Zeit für die Familie, mehr Zeit zu reisen, mehr Freiheit, mehr Natur, mehr Eigenständigkeit, mehr Entscheidungsgewalt, mehr Meer.

Kurz gesagt, ich wollte mein eigener Herr sein. Nicht mehr buckeln für die Gewinne der anderen, keine festen Arbeitszeiten und auf keinen Fall einen Chef, der mir sagt, was ich wie zu tun habe.

In meinem Kopf war alles klar.
Ich organisierte, schrieb Konzepte, las Bücher, nahm an etlichen Webinaren und Onlines-Seminaren teil, kaufte mir Expertenwissen, besuchte tolle Workshops und reduzierte meine Lebenshaltungskosten um ein Vielfaches. Ich war bereit!

Traumbusiness komme und erlöse mich!

Naja und was dann passierte – lass es mich mit einer Zeile aus dem Lied <Gestrandet> von Santiano erklären:

Ich kann mich erinnern
Wie’s damals war
Im sichren Hafen
Der Weg war klar
Doch die letzte Welle
Hat uns aufgeweckt
Ich hör noch immer wie sie brandet
Wir sind gestrandet

Ein wichtiger Dämpfer kam nach einem Seminar meiner Frau, in der es zwar um den Schritt ins UnternehmerINNENtum ging, doch die harten Zahlen und Fakten waren -und sind es noch immer- unvoreingenommen, geschlechtsneutral und verdammt ehrlich.

Bitter und rau war die Stimme der Zahlen, die mir vor Augen führten, wie viel Geld ich umsetzen muss, damit am Ende wenigsten eine schwarze Null steht, selbst wenn dann meine privaten Kosten noch lange nicht gedeckt sind.

Schöne Versprechen und die nackte Wahrheit

Wenn also auch Du mit dem Gedanken spielst, alles auf eine Karte zu setzen, deinen Job zu kündigen und Deinen Lebensunterhalt fortan als SolopreneurIn zu bestreiten, setze vorher die rosarote Brille ab und schau genauer hin.

Ich weiß, gerade im Netz und vor allem auf Facebook sind sie ja alle so wahnsinnig erfolgreich. Sie posten Bilder von ihren Arbeitsplätzen in fernen Ländern, loben sich und ihr Business mit bunten Grafiken und tollen Blogbeiträgen und geben sich stets als die Reiter der steilsten Erfolgswelle der Menschheitsgeschichte.

Und sie machen dir immer wieder unmissverständlich klar, dass du nur ihr tolles Erfolgsrezept kaufen musst und schon bist auch du innerhalb kürzester Zeit ein ebenso wertvolles Mitglied im „Circle of trust“

Wenn du dann aber einmal tief durchatmest, die rosarote Brille ablegst und diese Geschäftsmodelle genauer betrachtest, fällt dir auf, dass viele Menschen dahinter entweder noch wahnsinnig jung sind, meist keine Familie oder einen eigenen Haushalt haben oder aber dass treusorgende Ehepartner an ihrer Seite stehen, die für alle Kosten aufkommen.

Nein, dies soll keine Pauschalverurteilung all jener sein, die einen tollen Job machen und sehr hart für ihr Geld arbeiten, sondern eine Warnung, einfach etwas achtsamer und manchmal sogar ein klein wenig misstrauisch zu sein.

Warum ist es denn so, dass du ganz selten wirklich harte Zahlen zu lesen bekommst oder dass gar einer der Erfolgswellensurfer von seiner Pleite schreibt?

Logisch.  Weil sie dann zeigen müssten, das ihre so hoch gepriesenen Konzepte nur deshalb funktionieren, weil sie sie verkaufen.

Also bitte bleib wachsam.

Freiheit geht auch anders

Ich sage, Zeit- und Ortsunabhängigkeit und auch die so hoch gelobte Selbstentscheidungsgewalt, ist keine echte Freiheit.

Meine wirkliche Freiheit besteht darin, keinen Druck zu haben.

Meine Freiheit besteht darin, die Dinge, die mir Spaß machen, immer nur dann tun zu müssen, wenn ich mit vollem Herzen dabei sein kann und nicht, weil ich noch immer die nächste Miete nicht bezahlt habe.

Und diese Freiheit kann ich nur deshalb leben, weil ich einem ganz normalen Job mit einer 37,5 Stunden Woche nachgehe, der meine Familie ernährt, meine Rechnungen bezahlt und mich in die Lage versetzt, mir mein Business erst leisten zu können.

Nicht dein Job ist es, der dir den Sonntagabend zu vermiesen versucht, sondern deine Einstellung zu eben diesem.

Als ich begriff, dass ich nicht jeden Morgen ins Büro fahre um einen Job zu machen, der mir keinen Spaß macht, sondern dass ich mich jeden Morgen auf den Weg mache, damit ich den einen Job, der mir wirklich-wirklich Spaß macht, erst machen kann, löste sich alles in mir.

Plötzlich fühlte ich mich frei. Denn jetzt war nicht mehr der Job einfach der Job, sondern er war die Möglichkeit, die Chance, das Sprungbrett.

Und mir wurde auch bewusst, dass ich jeden Tag, jede Stunde, jede Minute und jede Sekunde meines Lebens eine Wahl habe mich anders zu entscheiden.

Das hast du davon

Welche Vorteile bietet dir also der Einstieg in dein Traumbusiness als SidepreneurIn, wenn du keinen Partner oder keine Partnerin hast, die für deinen Lebensunterhalt aufkommt?

Finanzielle Absicherung

Als SidepreneurIn hast du ein festes Einkommen, mit dem du rechnen kannst. Das bietet dir auch ohne festen Umsatz Investment-Möglichkeiten.

Weiterhin sichert es dir deinen Lebensunterhalt und lässt dich nachts ruhig schlafen, auch wenn du mal krank bist oder es grad nicht so läuft.

Tagesstruktur

Wenn man sich selbständig macht und dann noch Online-UnternehmerIn werden möchte, ist ein großes Maß an Selbstdisziplin und Struktur gefordert. Durch die Regelmäßigkeit, die dein „Brotjob“ von dir verlangt, hast du automatisch einen geregelten Tagesablauf.

Kassenbeiträge

Durch einen festen Arbeitsvertrag bist du automatisch Einzahler sowohl in die Kranken- und Rentenkasse, als auch in die Arbeitslosenversicherung. Schon allein ein Krankenkassenbeitrag kann schnell 300 – 600 Euro im Monat kosten.
Und wenn du dann noch (erkundige dich bitte rechtzeitig) in eine Berufssparte fällst, die in die Rentenpflichtversicherung einzahlen muss, bist du noch mal einige Euros los, die erst einmal verdient werden müssen.

Kein Druck

Stell dir vor du bist selbständig und keiner kauft.

Stell dir gleichzeitig vor, dir ist es zwar nicht egal, aber es löst keinen Erfolgsdruck in dir aus.

Coole Vorstellung, oder?


Ich habe viele Kolleginnen und Kollegen erlebt, die durch genau diesen Druck den Blick für ihr eigentliches Business verloren haben und sich von Projekt zu Projekt -entschuldige den Ausdruck- prostituieren, weil ihnen das Wasser gefühlt schon bis an die Nase steht.

Freiheit

Mein persönlich liebster Vorteil ist die Freiheit.

Die Freiheit, nur dann zu arbeiten, wenn mein Herz, mein Bauch und auch mein Leben danach schreien und nicht, weil meine Bank auf Zahlungseingänge wartet.

Diese Freiheit spendet mir so viel Energie, dass ich auch nach einem 8-Stunden-Tag gerne für mein Business da bin und mit vollem Elan an die Sachen herangehen kann.

Die Freiheit, wenn es mir mal nicht so gut geht, weil beispielsweise der Grippevirus Einzug hält, mir einfach eine Auszeit zu gönnen, ohne ständig über meine Zahlen nachdenken zu müssen.

Die Freiheit, in den Urlaub fahren zu können, ohne mein Laptop dabei haben zu müssen und mich voll und ganz auf Erholung einzustellen.

Kollegen (Netzwerk)

Ich liebe Menschen. Und ich liebe es auch, mit ihnen zusammen zu arbeiten. Nicht via Facebook, Skype oder so, sondern live und in Farbe.

All dies habe ich in meinem Job. Hier kann ich mir Feedback holen sowohl privat, als auch für den Job oder sogar meine Selbständigkeit. Und viele meiner Kollegen haben schon Freunden, Verwandten oder Nachbarn von mir und meinem Herzensprojekt erzählt.

Also trau dich und erzähle allen von deinen Projekten. Feedback von ganz außen ist wunderbar.

Mehr Experimentierfreude

Ein weiterer Vorteil ist meiner Meinung nach die Möglichkeit, deiner Experimentierfreude freien Lauf zu lassen.

Du kannst Projekte ins Leben rufen, Programme oder Tools kaufen oder mieten, du kannst Kooperationen eingehen, eine neue Webseite ins Leben rufen, eine oder mehrere Kampagnen an den Start bringen….und du kannst alles wieder verwerfen und es ganz anders oder sogar neu machen.

Reinvestition

Wenn du deine Kosten allein mit deinem Hauptjob decken kannst, hast du die beste Möglichkeit, die Gewinne aus deinem Business direkt wieder zu investieren. Würdest du hauptberuflich diese Tätigkeit ausführen, dann müsstest du den Investitionsbeitrag immer erst gegenrechnen.

Egal, wie du dich entscheidest, oder an welcher Weggabelung du dich gerade befindest. Ich wünsche dir immer eine Hand breit Wasser unter dem Kiel und ganz viel Freude und auch persönlichen Erfolg für dein Business.

Zum Autor:

Mein Name ist Davis Leandro Seedorf.
Ich bin Coach für Logotherapie und Existenzanalyse und Natur- und Wildnispädagoge.

Ich begleite Menschen auf dem Weg zu mehr Klarheit, mehr individueller Freiheit und mehr Mut. Bei individuellen Veränderungsprozessen finde ich mit ihnen gemeinsam heraus, wo ihre ganz persönlichen Stärken und Fähigkeiten liegen. 

Ich helfe neuen Mut zu schöpfen und wieder mehr Vertrauen in die innere und die äußere Natur zu bekommen.

 

Webseite: https://www.davis-seedorf.de/

Facebook: https://www.facebook.com/NatureCoaching/

 

Überlegst du auch, ob du den Weg in die Selbstständigkeit als Sidepreneur starten solltest? Oder hast du diese Möglichkeit bis jetzt gar nicht in Erwägung gezogen? Wir freuen uns auf deinen Kommentar 🙂

2 Kommentare

    • Carina Reitz

      Liebe Heike,

      vielen Dank für dein Feedback – und die klaren Worte 😉 Wir freuen uns, dass dir der Artikel so gut gefällt.

      Liebe Grüße
      Carina

      Antworten

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