Gehörst du zu den Menschen, die ständig ihrer Zeit hinterher rennen? Oder hast du alles im Griff, immer und überall? Planen und strukturieren: die einen können’s, die anderen nicht. Viele würden es gern können. Methoden zur Optimierung deiner Aufgaben und deiner Zeit gibt es viele. Aber nicht jede ist für dich passend. Das ist nämlich abhängig davon, welcher Typ du bist. Im Folgenden stelle ich dir drei unterschiedlich strukturierte Typen vor und gebe dir Tipps, wie du dein Selbstmanagement im jeweiligen Bereich verbessern kannst.

Der Strukturierte

Der Strukturierte ist ein Perfektionist. Sein Tag ist beängstigend gut durchorganisiert, von morgens bis abends. Er denkt sehr vorausschauend, weshalb er über die Tagesplanung hinaus mindestens eine Wochen-, viel wahrscheinlicher aber sogar eine Monatsplanung hat. Sein Schreibtisch ist immer aufgeräumt, er mag es sauber und ordentlich. Deshalb weiß er auch immer genau, wo er etwas abgelegt hat. Der Strukturierte sucht nicht, er findet! Dieser Typ ist diszipliniert und befolgt immer die Regeln. Er ist extrem zuverlässig und loyal. Der Durchstrukturierte ist immer, wirklich immer, pünktlich – mindestens. Er ist sehr leistungsorientiert und hat hohe Ansprüche an sich selbst. Leider aber auch an sein Umfeld. Er ist ein sehr guter Einzelkämpfer. Die Teamarbeit gestaltet sich eher schwierig, weil er nicht gerne abgibt und nicht selten die Führung übernimmt. Struktur und Ordnung bieten diesem Typen einen geschützten Rahmen, in dem er sich sicher fühlt und selbstbewusst agieren kann. Im Grunde seines Wesens ist der Strukturierte allerdings eher unsicher. Spontaneität liegt ihm gar nicht, er hasst Überraschungen. Es fällt ihm schwer, aus sich herauszugehen und „einfach er selbst“ zu sein. Er hat Angst, die Kontrolle zu verlieren. Deshalb haben durchstrukturierte Typen oftmals auch die eine oder andere Zwangsneurose: sie zählen Treppenstufen oder Wörter oder kontrollieren mehrfach, ob der Herd auch wirklich aus ist (meistens in einer festgelegten Anzahl an Wiederholungen). Mein Organisationstipp: Wenn du ein strukturierter Typ bist, brauchst du nicht noch eine Methode, wie du dein Zeit- und Selbstmanagement noch besser in den Griff bekommst. Du kennst sie sowieso alle. Was du brauchst, ist Entspannung und ein Kontrastprogramm. Hör‘ auf, das Optimum zu optimieren und fülle die gewonnene Zeit nicht mit noch mehr Arbeit. Suche dir einen Ausgleich zu deinem strukturierten Sein und Tun. Male, singe und tanze ausgelassen – auch nur für dich selbst. Lerne, ein Instrument zu spielen, mache ausgedehnte Spaziergänge, widme dich einem tierischen Freund. Was auch immer du dir aussuchst, wichtig ist, dass du Spaß daran hast und völlig darin aufgehst. Nur so schaffst du einen echten Ausgleich. Und den hast du verdammt nötig!

Der Chaot

Wer kennt ihn nicht, den notorisch verpeilten Chaoten. Bei ihm sieht es immer aus, als hätte eine Bombe eingeschlagen und er selbst sieht aus, als wäre er gerade erst aufgestanden. Typ: Langzeit-Student. Wenn du dich mit ihm verabredest, darfst du nicht erwarten, dass er pünktlich zu eurem Treffen erscheint. Der Chaot hat tausend Sachen im Kopf. Er fängt vieles an, macht aber kaum etwas richtig fertig. Er verzettelt sich ständig und vergisst viel. Seine Mitmenschen müssen extrem tolerant und geduldig sein. Sonst treibt er dich in den Wahnsinn 😉 Der chaotische Typ ist allerdings sehr flexibel, er kann sich schnell und problemlos auf neue Gegebenheiten einstellen. Er ist gerne spontan und probiert ständig neue Dinge aus. Kreativität ist absolut sein Ding. Er ist selbstbewusst und meist auch sehr extrovertiert. Zudem ist er sehr hilfsbereit und total sympathisch. Der Chaot hat es drauf, dich um den Finger zu wickeln. Trotz seiner Unstrukturiertheit ist der Chaot meistens ganz entspannt. Oder vielleicht sogar gerade deswegen? Fakt ist, dass er sich in seinem Chaos hervorragend zurecht findet. Für Außenstehende kaum zu begreifen. Aber wahr. Probiere es mal aus. Frage einen Chaoten nach einem bestimmten Dokument. Er wird es mit Leichtigkeit aus einem der vielen Stapel herausziehen, die sich unkontrolliert auf seinem Schreibtisch türmen. Mein Organisationstipp: Das ist eine heikle Sache. Für den Chaoten fallen mir sofort tausend Optimierungsmöglichkeiten ein. Allerdings wäre das ein bisschen so, als würde man ein Wildpferd zähmen wollen. Natürlich schlägt die Strukturierte in mir sofort die Hände über dem Kopf zusammen, wenn sie einem Chaoten begegnet. Aber ich weiß auch, dass der Chaot sich in seinem Leben sehr gut zurecht findet und mit sich selbst total im Reinen ist. Deshalb sollst du, lieber Chaot, auch so bleiben, wie du bist. Aber vielleicht magst du deinem Umfeld ab und zu den Gefallen tun, pünktlich zu sein? Das wäre schon echt toll! 🙂

Der Unzufriedene

Dieser Typ ist das eigentliche Sorgenkind. Denn wo sich der Strukturierte und der Chaot in ihrem jeweiligen Lebensstil meistens wohl fühlen, ist der Unzufriedene in der Regel eher unausgeglichen – die Zeichen stehen auf Stress. Dieser Typ wünscht sich Struktur und Ordnung, hat sie aber nicht oder nur bedingt. Er nimmt sich regelmäßig zu viel vor und weiß dann aber nicht, womit er konkret anfangen soll. Dem Unzufriedenen fällt es schwer, Prioritäten zu setzen und sich auf das Wesentliche zu konzentrieren. Er lässt sich leicht ablenken und verzettelt sich ständig. Im Leben des Unzufriedenen gibt es durchaus Bereiche, in denen es funktioniert mit der Struktur. Beispielsweise im Büro. Dafür aber zuhause gar nicht. Oder umgekehrt. Erstaunlich ist, dass er es nicht schafft, seine positiven Erfahrungen aus dem einen Bereich in den anderen zu übertragen. Bei diesem Typ handelt es sich meist um einen Einzelkämpfer, was nicht bedeutet, dass er allein ist. Er würde auch gerne Aufgaben abgeben, weiß aber nicht, was genau und an wen. Sein größtes Problem: er kann nicht NEIN! sagen. Mein Organisationstipp: Du brauchst Unterstützung. Dringend. Jemanden, der dir beim „Dranbleiben“ hilft. Such dir so jemanden. Und dann fange an. Langsam und mit kleinen Schritten. Veränderung braucht Zeit, damit sie nachhaltig wirken kann. Oder hast du mit Crash-Diäten schon mal langfristige Erfolge gefeiert? Beginne z. B. damit, jeden Morgen 15 Minuten zu erübrigen, um dir eine Übersicht über deine Tagesaufgaben zu verschaffen und die drei wichtigsten herauszufiltern. Wenn das gut klappt, kannst du die nächsten Schritte angehen. Vielleicht sind ja die Tipps, die ich dir in meiner 7-Tage-Zeitmanagement-Challenge gebe, genau richtig für dich. Schau doch mal rein und wenn du Fragen hast, melde dich einfach bei mir. Das wichtigste für dich ist Geduld: eine Veränderung wird irgendwann zur Gewohnheit. Dafür musst du sie durchschnittlich 21 Tage lang konsequent durchziehen. Streich dir die Tage am besten im Kalender ab und gönn dir etwas Schönes, wenn du es geschafft hast. Und dann – dran bleiben!
Klar, die Beschreibungen der einzelnen Typen sind an der einen oder anderen Stelle ein bisschen übertrieben. Natürlich gibt es auch Typen dazwischen. Mir ist es an dieser Stelle einfach wichtig, zu verdeutlichen, dass es unterschiedliche Ordnungstypen gibt und dass man Tipps und Methoden zu Selbst- und Zeitmanagement nicht immer pauschal anwenden kann. Die individuelle Betrachtung ist – zumindest mir – sehr wichtig.
Aber jetzt bist du dran: Welcher Organisationstyp bist du? Was würdest du gern ändern? Was nicht? Schreib‘ mir einen Kommentar!

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