Wenn du Probleme mit deinem Zeitmanagement hast, dann hast du sicher schon einiges ausprobiert, um darin besser zu werden. Vielleicht sind dir Begriffe wie Eisenhower-Prinzip, 80:20-Regel oder ALPEN-Methodedurchaus geläufig. Theoretisch weißt du Bescheid – aber praktisch passt bis jetzt nichts so richtig für dich. Wie wäre es mal mit Musik?

Hä?! Wie meinst du denn das, Carina? Was hat denn Musik mit Zeitmanagement zu tun? Das will ich dir heute gern verraten. Durch die Musik kannst du nämlich noch so einiges für dein Zeitmanagement lernen. Was genau, erkläre ich dir in den folgenden Abschnitten.

Was hat Musik mit Zeitmanagement zu tun?

Die Grundlage eines erfolgreichen Zeitmanagements ist Struktur. Und genau in diesem Bereich können wir aus der Musik einiges herausziehen und uns zunutze machen. Ein Lied besteht aus vielen einzelnen Noten, die zu Takten zusammengefügt werden. Die Taktlänge ist klar definiert. Es gibt Noten, die kurz gespielt werden und welche, die länger klingen sollen. Bestimmte Takte oder auch mehrere Liedzeilen werden innerhalb des Stücks wiederholt, also zwei Mal gespielt.

Oft ist ein Musikstück in mehrere Teilabschnitte gegliedert: Es geht los mit einem Intro bzw. einer Ouvertüre. Dann folgt der erste Vers, darauf erklingt dann der Refrain, usw. Meist gibt es zwischendurch ein (instrumentales) Zwischenspiel und zum Ende hin wird dann nochmal richtig Vollgas gegeben.

Jeder Musiker unterliegt dieser Struktur in irgendeiner Art und Weise. Selbst die, die keine Noten lesen können, das Spielen eines Instruments autodidaktisch erworben haben und „einfach so drauf los“ komponieren. Am Ende folgt das Ganze immer irgendwie der oben beschriebenen Struktur.

Ich will dir jetzt nicht die Illusion vom autonomen, kreativ agierenden Künstler nehmen. Ganz im Gegenteil! Ich finde, Musik ist das beste Beispiel dafür, dass sich Struktur und Kreativität nicht gegenseitig ausschließen, sondern eher sogar voneinander profitieren.

Und genau diese Kombination nehmen wir uns für unser Zeitmanagement zu Hilfe.

Wie kann mich Musik in meinem persönlichen Zeitmanagement unterstützen?

Schauen wir uns die möglichen Einsatzbereiche mal genauer an:

 

Aufgabenplanung

Wenn du schon den einen oder anderen Beitrag von mir gelesen hast, dann weißt du, dass ich ein Fan davon bin, sich täglich 15 Minuten Zeit für die Aufgabenplanung zu nehmen. Die Schwierigkeit besteht in der Regel darin, dieses Zeitfenster einzuhalten. Deshalb empfehle ich dir folgendes:

Such dir aus deiner Musiksammlung zwei bis drei Stücke aus, die in etwa ein Zeitfenster von 15 Minuten abdecken (eines meiner Lieblingslieder dauert allein schon 12 Minuten, das reicht dann meistens für die Planung aus 🙂 ). Diese Lieder spielst du dann hintereinander ab und beschäftigst dich währenddessen mit der Planung deiner Tagesaufgaben. Da du die Lieder kennst, kannst du in etwa abschätzen, wie viel Zeit dir für diesen Part noch bleibt.

Ein Tipp von mir: wenn du zur Aufgabenplanung immer dieselben Lieder hörst, etablierst du ganz schnell ein Ritual in deinem Alltag. Die Nummer mit der Aufgabenplanung wird so bald kein Thema mehr für dich sein.

 

Aufgabenstrukturierung

Gestalte deinen Tagesablauf, als würdest du ein Lied schreiben:

Am Anfang (also quasi als Intro) wählst du drei bis fünf kleinere Aufgaben, die dir leicht von der Hand gehen und dir den Einstieg in den Tag erleichtern. Das schafft gleich mal ein gutes Gefühl 🙂

Im ersten großen Zeitblock (der 1. Strophe) kümmerst du dich um eine deiner TOP-Aufgaben des Tages, eine, die extrem wichtig ist. Dafür nimmst du dir etwas länger Zeit und konzentrierst dich auch nur darauf.

Der Refrain ist ja meistens der Teil eine Liedes, den jeder als erstes mitsingen kann. Wie oft hast du es schon erlebt, dass Menschen ihre momentane Tätigkeit unterbrechen, um mal kurz den Refrain mitzusingen, der gerade aus dem Radio schallt? Bei der Strukturierung deiner Aufgaben steht der Refrain für das Innehalten: die Pausen und die Erholung. Dafür solltest du dir am Tag mehrere Zeitfenster einplanen, so wie ein Refrain ja auch mehrmals in einem Lied vorkommt. Pausen entschleunigen und laden gleichzeitig deine Energiespeicher wieder auf.

So verfährst du weiter in deinem Ablauf, je nachdem, wie viele Strophen dein „Arbeitslied“ so hat 😉

Am Ende steigerst du dann das Tempo noch mal und haust ein richtiges Ding raus. Will heißen: du sorgst für einen positiven Abschluss. Das geht ganz einfach, indem du dir noch mal kurz anschaust, was du heute alles geschafft hast und dir selbst lobend auf die Schultern klopfst. Am besten hörst du dabei noch eines deiner absoluten Lieblingslieder!

 

 

Aufgaben abgeben

In einer Band füllt jeder einzelne Musiker eine bestimmte Funktion aus. Es gibt den Sänger, den Gitarristen, den Schlagzeuger, den Bassisten, usw. Klar, ein Gitarrist kann vielleicht auch singen und ein Sänger kann vielleicht auch Keyboard spielen. Aber der Grund dafür, dass er in dieser Band genau diese eine Rolle ausfüllt, liegt darin, dass er eben genau das am besten kann.

Ok, es gibt natürlich auch Solo-Künstler. Aber auch die haben meist eine Band im Schlepptau. Wer kann schon fünf Instrumente gleichzeitig spielen und dabei auch noch singen?

Auch du musst deine Aufgaben nicht alle allein erledigen. Vor allem nicht diejenigen, die dir partout nicht liegen. Diese solltest du auf jeden Fall abgeben. Überlege dir einfach mal, wer in deinem Freundes- oder Kollegenkreis genau solche Aufgaben gut könnte. Und dann sprich ihn direkt darauf an. Vielleicht ergeben sich ja tolle Synergien und du kannst im Gegenzug eine Aufgabe für ihn erledigen, die super zu deinen eigenen Stärken passt.

Oder du versuchst, bestimmte Aufgaben zu automatisieren. Das wäre dann ein bisschen so, als würdest du dir eine Playlist anlegen, die du ganz einfach immer wieder abspielen kannst – ohne vorher die Titel mühsam neu zusammenzustellen.

 

 

 

Pausen und Erholung

Denk mal an deine Lieblingsband. Produziert sie Alben am laufenden Band und ist ständig auf Tour? Oder hörst du manchmal monate- und vielleicht auch jahrelang nichts Neues von ihr?

Musiker gönnen sich schöpferische Pausen. Songs zu komponieren, ein Album aufzunehmen, auf Tour gehen – das ist alles auch sehr anstrengend und kostet Kraft. Um die Energiespeicher neu aufladen zu können, sind Pausen extrem wichtig. Loslassen, sich auf völlig andere Dinge konzentrieren, das entspannt und macht den Kopf frei. Die Energie kann neu fließen und irgendwann steckst du wieder voller neuer Ideen und Tatendrang.

Für dich heißt das übertragen: mach unbedingt auch Pausen! Am besten mehrere kleine und ein bis zwei große am Tag. Mindestens ein Abend in der Woche sollte komplett frei sein, das Wochenende idealerweise auch. Das hängt natürlich von deinen Aufgaben ab. Wichtig ist, dass du dir einen Ausgleich schaffst, damit du deine Energiespeicher wieder aufladen kannst.

 

 

So, jetzt habe ich dir mal einen anderen Ansatz gezeigt, wie du dein Zeitmanagement noch angehen kannst. Vielleicht passt das ja besser zu dir, als die allseits bekannten Methoden. Probiere es doch einfach mal aus 🙂

Was meinst du? Passen Musik und Zeitmanagement wirklich zusammen? Wie gefällt dir dieser Ansatz? Schreib mir einen Kommentar!

4 Kommentare

  1. Justus Meigen

    Danke für die Tipps mit der Aufgabenplanung, ich werde mir eine Playlist zusammenstellen und mich an das Schreiben der Liste machen. Ich verstehe schon was die Musik mit dem Gehirn macht, allerdings bedeutet dies auch, dass ich die Playlist erst einmal anmachen muss.

    Antworten
    • Carina Reitz

      Lieber Justus,

      ja, um das MACHEN kommt man nicht so leicht herum 😉 Freut mich, dass dir meine Tipps gefallen haben. Viel Spaß beim Ausprobieren.

      Viele Grüße
      Carina

      Antworten
    • Sirka

      Hallo Carina,

      Ich bin gerade über diesen tollen Blogbeitrag gestolpert! Endlich lese ich zu dem Thema Zeit Management einen sehr nützlichen Beitrag! Der in meinen Augen nicht nur für Musiker Sinn macht! Danke dafür!

      Antworten
      • Carina Reitz

        Liebe Sirka,

        vielen Dank für dein Feedback! Freut mich, dass dir meine Tipps gefallen 🙂

        Viele Grüße
        Carina

        Antworten

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